Donnerstag, 28. Juli 2011

Luxuriöse Seniorenresidenzen haben lange Wartezeiten

Darf es ein bisschen exklusiver sein? Jedes Jahr gibt die edition neureuter in München den Führer „Residenzen – Premium-Wohnen im Alter“ heraus.

Die Auflage von 12.000 Stück ist rasch vergriffen. In diesem werden 31 Häuser angeführt. „Heuer im sechsten Jahr kommen sechs neue dazu. Leider keine in Österreich“, sagt Thomas Neureuter. Nur Vier- oder Fünf-Sterne-Häuser werden gelistet. Dafür zahlen diese auch, denn wer im Residenz-Netzwerk dabei sein, an gemeinsamen Ausstellungen oder Workshops teilnehmen, die Plakette an der Tür und die Nennung im Führer haben will, zahlt als Einstiegsgebühr rund 5000 €. Ab wann gelten Häuser als „Premium“? „Die Premium-Residenz ist kein Altenheim, sondern ein Hotel“, umreißt Neureuter. Die Services, die im Hotel Sterne bringen, gelten auch für Seniorenresidenzen: Schwimmbad, Wellness, Room Service, mehrere Restaurants, „nicht so ein Fraß, wie in den üblichen Häusern“. Für 4000 oder 5000 € pro Monat wollen Senioren schließlich neben exzellenter Altenpflege mehr geboten bekommen – und das war, nebenbei gesagt, bloß der Durchschnittspreis; für 100 Quadratmeter am Zürichsee mit Vollpension legen Senioren schon umgerechnet 14.000 € pro Monat hin. Der Wettbewerbsdruck wächst, speziell in Sachen Eventprogramm müssen sich die Betreiber etwas einfallen lassen. Die einzigen Österreicher im Führer sind die Residenz Mirabell in Salzburg und jene Am Kurpark in Wien-Oberlaa. Beide werden von Humanocare, Tochter der Wiener Städtischen, betrieben. Über einen Mangel an Interesse kann sich Humanorcare nicht beklagen. Je nach Pflegestufe kostet im Mirabell ein Zwei-Zimmer-Appartement mit Vollpension zwischen 3100 und 6200 € pro Monat; trotzdem ist die Warteliste lange. „Wer sich heute anmeldet, wartet unter Umständen zehn Jahre“, sagt Interessentenberaterin Elke Rieger. „Es lohnt sich, rechtzeitig daran zu denken.“

Willy Feycock will diesen Markt für Luxusresidenzen nun ankurbeln: Der 75-jährige Eigentümer des Golf Parkhotels am Wörthersee plant am anschließenden Grundstück eine Luxus-Seniorenresidenz mit 60 Suiten zu je 60 Quadratmetern, mit betreutem Wohnen; 15 bis 20 Millionen € will er investieren. Geplant sind auch zwei Dependancen als Pflegestationen. Feyock ist vom Bedarf überzeugt, die Gemeinde Velden konnte er noch nicht überzeugen. Das 15.300-Quadratmeter-Grundstück ist derzeit als Wald gewidmet. „Wir warten schon länger als ein Jahr auf die Umwidmung.“

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